|
o
Die Besteuerung der Genußmittel stand
an der Wiege des modernen Steuerstaates. Das gilt besonders für
den Tabak, der nach der gescheiterten Verbotspolitik ab der zweiten
Hälfte des 17. Jh. fiskalische Bedeutung erlangte. Zölle,
Steuern und zum Teil auch Monopole erschlossen ihn als Einnahmequelle
für den Staat.
Spätestens als
die Verbrauchszahlen im 19. bzw. anfangs des 20. Jh. dank der Zigarre
und der Zigarette rapide zu steigen begannen, gewannen die Einkünfte
aus der Tabaksteuer einen beträchtlichen Umfang. Allerdings
waren steuerlich gesehen Zigarre und Zigarette ungleiche Schwestern:
aus arbeitsmarktpolitischen Gründen bevorzugte der Fiskus die
in Handarbeit hergestellte
Zigarre, was bis in die 1920er Jahre die Verbreitung der Zigarette
deutlich bremste.
Heute fließen 70% des Verkaufspreises
einer Packung Zigaretten an den Staat, der damit 1994 erstmals mehr
als 20 Milliarden Mark einnahm.
o
|